Juni 2013: 4. Kinderkonzert mit dem Beethoven-Orchester

4. Kinderkonzert

Sonntag, 9.6.2013, 11 Uhr
Beethovenhalle

4.kinderkonzert-MartinaReinbold

Felix Mendelssohn-Bartholdy

Ein Sommernachtstraum

Beethoven Orchester Bonn
Thomas Honickel, Dirigent und Konzept
Joyce Desiderio-von Bühler, Choreografie
Mitglieder der Ballett-Akademie

Schöner kann man eine Hinführung

zu Orchestermusikund Tanz kaum gestalten!

Bonner Rundschau

An der nunmehr 5. Projektpartnerschaft mit dem Education-Programm Bobbys Klassik des Beethoven Orchesters Bonn nahmen 48 Mitglieder der Ballett-Akademie aus allen Altersgruppen teil. Thema war das Schauspiel „Ein Sommernachtstraum“ des großen Renaissance-Dichters William Shakespeare. Der romantische Komponist Felix Mendelssohn hat dafür eine wunderbare Musik geschrieben, die unter dem selben Titel weltberühmt geworden ist. Die Choreografien von Joyce Desiderio-von Bühler erzählen die Geschichte mit der Sprache des Tanzes und setzen die musikalischen Stimmungen in ausdrucksstarke Bilder um.

Rendezvous mit Puck & Co

Thomas Honickel leitete sein letztes Familienkonzert in der Beethovenhalle

BONN. Eigentlich ist die Handlung in Shakespeare/Mendelssohns „Sommernachtstraum“ verwirrend. Ein auf das Sternenkind seiner Gellebten neidischer Oberon sorgt mit Diener Puck und Zauberblume für Durcheinander. Paare verlieren und finden sich wieder, und eine im Wald probende Handwerker-Truppe erlebt ihr blaues Wunder. Können Kinder das verstehen?

Diese Frage stellte sich beim 4. Kinderkonzert im Rahmen von .Bobbys Klassik” am Sonntag in der Beethovenhalle überhaupt nicht. Denn die buchstäblich zauberhafte Realisierung des Stoffs war ein poetisch-klangliches Erlebnis, das die jungen Zuschauer fünfzig Minuten lang in seinen Bann zog. Thomas Honickel, Dirigent, Sprecher und Regisseur, hatte dabei die Bühne fürs Ballett freigegeben und das Orchester im Zuschauerraum platziert. Gespielt wurde auch nicht die bekannte Ouvertüren-Fassung, sondern eine erweiterte, durch Sprachtexte und Chor (Vox Bona) verbundene Version. Die ließ Honickel durchweg eher stimmungshaft und mit gewissen filmmusikalischen Wirkungen erklingen.

Den choreographischen Teil hatte die Ballett-Akademie unter ihrer Leiterin Joyce Desiderio-von Bühler übernommen und brachte dabei ein in Kostümierung und Personalstärke farbenprächtiges, opulentes Corps de Ballet auf die Bretter, von ganz jung bis fortgeschritten, das seinen „ElfenTanz” durchweg anmutig und choreographisch erstaunlich sicher entwickelte – eine Augenweide.

Für Kinder erlebbar wurde die Inszenierung auch, weil sie bestimmte Symbole, Bilder und Situationen optisch hervorhob. Als der Spuk im Wald seinem Höhepunkt entgegengeht, werden die „Elfen”, jetzt in bunten Tarnmänteln, plötzlich zu „Waldgeistern“ oder, ganz in schwarz zu „Schattenwesen”. Das „Sternenkind“ in Gestalt einer ganz jungen Elevin war immer wieder optisch präsent, ebenso wie die „Zauberblume“, und das Schluss-Tableau vereinte die Paare zu einem Familien-Foto, diesmal mit zwei Sternenkindern. Schöner kann man eine Hinführung zu Orchestermusik und Tanz kaum gestalten, der Beifall dafür wollte kaum enden. Schade, dass Themas Honickel, der erste fest angestellte Musikpädagoge des Beethoven Orchesters, Bonn verlässt.

Bonner Rundschau, 11.6.2013

DOWNLOAD: Programmheft

Fotos: Martina Reinbold und Waltraud Ramm